La Famiglia Dieses von Hand (und selbst) gestrickte Ensemble von 20 Skulpturen spielt mit Formen, Veränderungen und Gegensätzen. Jede Skulptur wurde mit synthetischer grauer Wolle und gelber UV-Wolle hergestellt und kann durch Rollen, Falten, Umwickeln usw. verschieden geformt werden. Dabei entstehen keine bekannten Gegenstände oder Symbole. Die Formen bilden die Grundlage einer fiktiven, unverständlichen Sprache. Von jeder Skulptur lassen sich 1 bis 3 Dutzend Varianten erzeugen. Innen wird aussen, oben wird unten, rechts wird links – eines verwandelt sich ins andere und bleibt darin enthalten. Die Skulpturen hängen, liegen und stehen immer etwas prekär. Eine häufig auftauchende Formung ist die Invagination. Dieser Terminus technicus wird in der Biologie und Medizin verwendet. Er beschreibt unter anderem eine Phase der Embryogenese der vielzelligen Tiere, in der sich ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum einstülpt; die Keimblätter entstehen. Invagination führt bei den Skulpturen oft zu einem Phallus. Vagina und Phallus bedingen sich gegenseitig und sind gleichzeitig vorhanden. Wird eine andere Umformung gewählt, verschwinden unter Umständen beide Ausprägungen. Sie sind jedoch potentiell immer vorhanden und haben sich beim Anschauen im Gedächtnis verankert. Zur Aufstellung des Ensembles wird jede der 20 Skulpturen in eine konkrete Form gebracht. 5 Skulpturen werden begleitet von der Replika (3D-Druck) einer ihrer Varianten. Im Gegensatz zu den Skulpturen sind sie starr und unveränderlich. Sie repräsentieren die virtuelle Einheit einer Skulptur und haben eine mnemotechnische Funktion. Der Film «Allegro Assai» ist ein visuelles Stück Musik, das die Vielfalt der Formungen zeigt. Form- und Lichtwechsel erzeugen Takt und Klang. Einige wenige der 87 Quadrillionen Möglichkeiten zur Aufstellung des Ensembles deutet der Film «Variationen» an. Zum Vergleich: Es gibt ungefähr 1 Quadrillion Sterne im beobachtbaren Universum (Quelle: Wolfram Alpha, September 2018). 76 GIFs bringen die Skulpturen in Bewegung. In den GIFs können physiologische und psychologische Vorgänge beobachtet werden: Wachsen, Schrumpfen, Zucken, Tasten, Verschlingen, Herauswürgen, Erdrücken; es wird ausgebrochen und eingefangen; die Skulpturen zeigen Anstrengung, Stagnation, Dynamik, Aktivität und Passivität; und in allem steckt Unerlöstes, Symbiotisches, Beängstigendes, Erotisches, Spielerisches, Heiteres. Sowohl die Replikas als auch die Filme und die GIFs sind integraler Teil des Ensembles. Witz und Ironie sind beabsichtigt.
La Famiglia Dieses von Hand (und selbst) gestrickte Ensemble von 20 Skulpturen spielt mit Formen, Veränderungen und Gegensätzen. Jede Skulptur wurde mit synthetischer grauer Wolle und gelber UV-Wolle hergestellt und kann durch Rollen, Falten, Umwickeln usw. verschieden geformt werden. Dabei entstehen keine bekannten Gegenstände oder Symbole. Die Formen bilden die Grundlage einer fiktiven, unverständlichen Sprache. Von jeder Skulptur lassen sich 1 bis 3 Dutzend Varianten erzeugen. Innen wird aussen, oben wird unten, rechts wird links – eines verwandelt sich ins andere und bleibt darin enthalten. Die Skulpturen hängen, liegen und stehen immer etwas prekär. Eine häufig auftauchende Formung ist die Invagination. Dieser Terminus technicus wird in der Biologie und Medizin verwendet. Er beschreibt unter anderem eine Phase der Embryogenese der vielzelligen Tiere, in der sich ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum einstülpt; die Keimblätter entstehen. Invagination führt bei den Skulpturen oft zu einem Phallus. Vagina und Phallus bedingen sich gegenseitig und sind gleichzeitig vorhanden. Wird eine andere Umformung gewählt, verschwinden unter Umständen beide Ausprägungen. Sie sind jedoch potentiell immer vorhanden und haben sich beim Anschauen im Gedächtnis verankert. Zur Aufstellung des Ensembles wird jede der 20 Skulpturen in eine konkrete Form gebracht. 5 Skulpturen werden begleitet von der Replika (3D-Druck) einer ihrer Varianten. Im Gegensatz zu den Skulpturen sind sie starr und unveränderlich. Sie repräsentieren die virtuelle Einheit einer Skulptur und haben eine mnemotechnische Funktion. Der Film «Allegro Assai» ist ein visuelles Stück Musik, das die Vielfalt der Formungen zeigt. Form- und Lichtwechsel erzeugen Takt und Klang. Einige wenige der 87 Quadrillionen Möglichkeiten zur Aufstellung des Ensembles deutet der Film «Variationen» an. Zum Vergleich: Es gibt ungefähr 1 Quadrillion Sterne im beobachtbaren Universum (Quelle: Wolfram Alpha, September 2018). 76 GIFs bringen die Skulpturen in Bewegung. In den GIFs können physiologische und psychologische Vorgänge beobachtet werden: Wachsen, Schrumpfen, Zucken, Tasten, Verschlingen, Herauswürgen, Erdrücken; es wird ausgebrochen und eingefangen; die Skulpturen zeigen Anstrengung, Stagnation, Dynamik, Aktivität und Passivität; und in allem steckt Unerlöstes, Symbiotisches, Beängstigendes, Erotisches, Spielerisches, Heiteres. Sowohl die Replikas als auch die Filme und die GIFs sind integraler Teil des Ensembles. Witz und Ironie sind beabsichtigt.